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Zwei DH-Kleinprojekte und eine internationale DH-Tagung werden 2025/2026 von CLARIAH-AT gefördert

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Das österreichische Konsortium, das die Anwendung digitaler Methoden in den Geisteswissenschaften und die Entwicklung von digitalen Forschungsinfrastrukturen vorantreibt, CLARIAH-AT, schreibt regelmäßig Förderungen aus. Für die aktuelle Runde gingen äußerst viele Anträge ein. Diese beiden Projekte der Universität Salzburg haben sich ebenfalls beworben und die Förderung erhalten:

Gipsabgusssammlung des Fachbereichs Altertumswissenschaften in der Alten Residenz Salzburg – Erstellung einer digitalen Sammlung und eines virtuellen Rundgangs

Lydia Berger, Alexander Sokolicek, Melissa Vetters (FB Altertumswissenschaften)

Der Fachbereich Altertumswissenschaften der Universität Salzburg verfügt über 216 Gipsabgüsse, die vor allem in den 1970er Jahren angekauft wurden, als Lehrmaterial für die Klassische Archäologie und Kunstgeschichte dienen und in dem sogenannten Bierkeller der Alten Residenz aufgestellt sind. Die Gipsabgusssammlung ist in ihrer Zusammensetzung in Österreich einzigartig, sodass manche Gipse auch zeitweise als Leihgaben in anderen Museen gezeigt werden (etwa Leihgabe einer klassischen Amazone an das KhM Wien für die Ausstellung „Idole & Rivalen. Künstler im Wettstreit“, 20.09.2022–08.01.2023); sie ist einer breiten Öffentlichkeit bislang aber nur in Ausnahmefällen zugänglich (z. B. Schulführungen, Lange Nacht der Museen; Letztere 2024 mit mehr als 1000 Besucher:innen). Aus verschiedenen Lehrveranstaltungen existiert eine umfangreiche Sammlung an Katalogtexten sowie professioneller und einheitlicher Fotoaufnahmen der Abgüsse; daneben verfügt der Fachbereich über Archivalien zu Ankäufen, Restaurierungen und Sammlungsgeschichte.

Ziel des beantragten Projektes ist die Vereinheitlichung und Überführung bereits vorhandener Digitalisate (Katalogtexte und Bilder) in eine open access-Sammlung, die von der Universitätsbibliothek gehostet wird (https://eplus.uni-salzburg.at/unisammlungen). Außerdem soll exemplarisch ein virtueller Rundgang durch einen Teil der Abgusssammlung des Fachbereichs erstellt und mit einigen Objekten der digitalen Sammlung verknüpft werden (vergleichbar dem virtuellen Rundgang anlässlich der 400-Jahrfeier der Universität Salzburg, https://my.matterport.com/show/?m=PLQqJNWB5Qt), um einen möglichen barrierefreien Zugriff auf die Sammlung für Lehre, Forschung und die interessierte Öffentlichkeit in der Zukunft zu prüfen.

WB-DEA meets MHDBDB: Die Wenzelsbibel als Pilotmodell für interoperable Editionen

Julia Hintersteiner (FB Germanistik)

Im Rahmen des Projekts „WB meets MHDBDB“ wird die digitale Edition der prachtvoll illuminierten Wenzelsbibel in die Mittelhochdeutsche Begriffsdatenbank (MHDBDB) integriert. Ziel ist es, die reichhaltig annotierten TEI-Daten der Edition so aufzubereiten, dass sie mit dem Vokabular und den semantischen Strukturen der MHDBDB kompatibel sind. Dabei entstehen wiederverwendbare Workflows, die auch für andere Editionen genutzt werden können. Das Projekt leistet einen wichtigen Beitrag zur Vernetzung mediävistischer Forschungsdaten, fördert Open Science und stärkt die nachhaltige Infrastruktur digitaler Geisteswissenschaften.

Internationale Tagung „Digital History – Doing Cultural Heritage“, Montag, 28.09.2026 – Donnerstag, 01.10.2026

Christina Antenhofer, Laurence Cole, Peter Färberböck, Karoline Döring, Livia Heilingbrunner, Christoph Kühberger und Robert Obermair (FB Geschichte)

Das Team vom Fachbereich Geschichte der Universität Salzburg hat in einem Auswahlverfahren den Zuschlag bekommen, die Digital History-Tagung 2026 auszurichten. Die Veranstaltung gehört zur Tagungsreihe der AG Digitale Geschichtswissenschaft im Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands. Mit ihr wurde neben der fachlich offenen DHd-Jahreskonferenz ein regelmäßiges Austauschforum speziell für die historisch arbeitenden Forschenden in der deutschsprachigen DH-Community etabliert. Erwartet werden in der Regel ca. 300 Teilnehmende (in Präsenz & digital). Nach Göttingen 2021, Berlin 2023 und Halle 2024 findet die kommende Tagung das erste Mal außerhalb Deutschlands in Salzburg als österreichischem DH-Standort statt. Aufgrund einer langen Tradition der Erforschung der materiellen Kultur an unserem Standort liegt der thematischeFokus 2026 auf digitalen Zugängen zum kulturellen Erbe. Sie werden in den drei Themenfeldern Erfassen, Vermitteln und Erinnern in eine breite Diskussion des „Doing Cultural Heritage“ eingebunden. Es ist zudem ein besonderes Anliegen bei der Veranstaltung mit stakeholdern des kulturellen Erbes in einen Dialog zu treten, denn Museen, Archive, Institutionen des Kulturerbes und Gedächtnisinitiativen arbeiten mit Universitäten gemeinsam an den praktischen Herausforderungen und theoretischen Reflexionen eines digital cultural heritage.


Eine Übersicht über alle geförderten Vorhaben bietet die CLARIAH-AT-Website.


Die Universität Salzburg ist Konsortiumsmitglied von

Karoline Döring
Karoline Döring

OpenEdition schlägt Ihnen vor, diesen Beitrag wie folgt zu zitieren:
Karoline Döring (19. Mai 2025). Zwei DH-Kleinprojekte und eine internationale DH-Tagung werden 2025/2026 von CLARIAH-AT gefördert. Digital Humanities an der Universität Salzburg. Abgerufen am 6. Oktober 2026 von https://doi.org/10.58079/13y6y


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