Verschlagwortet: DH-Tools
Agentische Workflows, „Experts in the Loop“ und wissenschaftliche Verantwortung in der MHDBDB In der Mittelhochdeutschen Begriffsdatenbank (MHDBDB) arbeiten wir inzwischen mit agentischen KI-Workflows. KI-Systeme untersuchen Datenbestände, entwickeln Software, bereiten Annotationen vor und prüfen Änderungen. Sie bearbeiten damit Aufgaben unmittelbar in einer Forschungsinfrastruktur. Das eröffnet neue Möglichkeiten und stellt zugleich eine epistemische Frage: Unter welchen Bedingungen wird aus einem plausiblen KI-Vorschlag eine wissenschaftlich vertretbare Änderung unserer Daten? Human in the Loop, Explainable AI und menschliche Kontrolle...
Ein Datensatz zur Benennung von Figuren in vier ausgewählten Texten mittelhochdeutscher Epik Die germanistische Mediävistik beschäftigt sich seit einiger Zeit verstärkt mit der Verwendung von Namen in mittelhochdeutschen Texten; Vorarbeiten dazu liegen u. a. von Gerstenecker (2012) zur Poetologie der Personennamen im deutschen Artusroman und von Reich (2011) zu Eigennamen als narrativen Zentren mittelalterlicher Epik vor. Über die reine Kategorie des Eigennamens hinaus prägen jedoch vor allem rhetorische Mittel wie Antonomasien und Epitheta die Art,...
Die Mittelhochdeutsche Begriffsdatenbank (MHDBDB) gehört zu den ältesten digitalen Forschungsinfrastrukturen der germanistischen Mediävistik. 1972 als Dissertationsprojekt auf Lochkarten gestartet, 1995 als eine der ersten geisteswissenschaftlichen Datenbanken im Web verfügbar und 2022 mit einem 50-jährigen Jubiläum gefeiert, steht die MHDBDB seit 2025 vor ihrer bislang tiefgreifendsten Erneuerung: der vollständigen Migration auf den TEI-XML-Standard und einer zugehörigen, datenbankfreien Forschungsplattform. Wer die Vorgeschichte kennt, versteht, warum die aktuelle Migration so einschneidend für uns ist. Über zwei Jahrzehnte lang...
Bericht vom Praxisteil des interdisziplinären Workshops „Von historischen Daten zu KI“ Das Potenzial und die Möglichkeiten, aber auch die Grenzen und Herausforderungen von KI in der Forschung wurde den Teilnehmenden des Workshops „Von historischen Daten zu KI“ nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch vermittelt – insbesondere im hands-on Teil des Workshps am 25.10.2025, der unter der fachkundigen Anleitung von Dr. Florian Nieser und Dr. Thomas Renkert stattfand. Im Zentrum des Praxisteils stand die Arbeit mit...
Karoline Döring (FB Geschichte) und Katharina Zeppezauer-Wachauer (FB Germanistik/MHDBDB) haben gemeinsam mit drei Kolleginnen das Themenheft 2025/1 der Zeitschrift des Mediävistikverbands „Das Mittelalter. Perspektiven mediävistischer Forschung“ herausgegeben: Das Themenheft widmet sich der computationell arbeitenden Mittelalterforschung in ihrer verbindungsstiftenden Funktion. Als Schnittstelle vermittelt sie zwischen den Disziplinen, Digitalem und Analogem, heterogenen Forschungsgegenständen und vielfältigen Methoden. Dabei integriert sie nicht nur Ansätze und Wissen aus anderen Fachbereichen, sondern trägt auch zum Erkenntnisgewinn über ihre eigene Disziplin hinaus...
Zur Modellierung von Namen aschkenasischer Juden in Datenbanken Ruth Bruchertseifer (Trier) arbeitet in den Bereichen der semantischen Modellierung von Personendaten und Linked Open Data mit Schwerpunkt auf Themen der spätmittelalterlichen Geschichte und der Geschichte der Juden. Ihr Dissertationsprojekt verortet sich innerhalb der Forschungsgruppe „Aschkenas in neuen Lebenswelten. Akteure, Praktiken und Räume in der jüdischen Geschichte Mitteleuropas während des 15. und 16. Jahrhunderts“, die im Frühjahr 2025 an den Standorten Trier, Duisburg-Essen und Münster entsteht. Sechs...
Drei DH-Leuchtturmprojekte der Universität Salzburg stellen ihre Forschungsfragen vor Auf dem Symposion des Mediävistikverbands hatten drei unter anderem vom Land Salzburg und vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung geförderte Projekte der Universität Salzburg die Möglichkeit ihre Arbeit vorzustellen. In der Sektion „What’s in a name?“ Namen und ihre digitalen Erschließungs- und Analyseformen für Text- und Bildquellen des Mittelalters zeigten Mitglieder der drei Projektteams, wie Normierungs- und Standardisierungsvorgänge für die computergestützte Erforschung von mittelalterlichen Texten,...
Was mittelalterliche Urkunden über gesellschaftlichen Wandel verraten Wer schon einmal auf Monasterium.net recherchiert hat, kennt den Wert dieser Schatzkammer für die Mediävistik. Mit beinahe 700.000 Dokumenten ist sie die größte digitale Sammlung mittelalterlicher Urkunden Europas. Doch was können diese jahrhundertealten Texte uns verraten, wenn wir moderne KI-Methoden auf sie anwenden? Genau das wollten wir herausfinden. Ziel der Präsentation auf dem Symposion des Mediävistikverbands war es, zu zeigen, wie einfache Methoden kombiniert werden können, um interessante...
Digitale Präsentation von Namen und Daten in Petrus von Poitiers’ Compendium Historiae. Andrea Worm (Tübingen), Eleanor Goerss (Tübingen), Franz Fischer (Venedig), Roman Bleier und Jakob Sonnberger (Graz) bestritten die erste DH-Sektion im Programm des Symposions des Mediävistikverbandes. Unter dem Titel „Beginning with Adam …“ Names in Peter of Poitiers’ Compendium Historiae stellten sie ihre Arbeit an einem der in Mittelalter und Früher Neuzeit meist überlieferten und variantenreichsten Werke des 12. Jahrhunderts vor. Mit...
Maschinelles Lernen prägt zunehmend die Forschung in den Digital Humanities und bietet leistungsstarke Werkzeuge zur Analyse und Anreicherung von Textdaten. Mithilfe der Python-Bibliothek BERTopic werden die Teilnehmer verschiedene Schritte der thematischen Modellierung (topic modeling) erkunden. Aufbauend auf der modularen Architektur von BERTopic werden die Teilnehmer in verschiedene wesentliche Methoden des maschinellen Lernens eingeführt, wie z.B. Einbettung (embedding), Dimensionalitätsreduktion (dimensionality reduction) und Clustering. Durch praktische Übungen lernen die Teilnehmer diese Techniken auf historische Texte anzuwenden. Ziel...